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Fallbeispiel #1 - Mädchen mit Hüftdysplasie

Physiotherapie bei einem Kind mit Hüftdysplasie

 

Wenn ich erzähle, dass ich Kinderphysiotherapeutin bin, fragen mich die Leute immer wieder, welche Kinder denn überhaupt zu mir kommen müssen. Im Laufe meiner Aufzählungen merke ich dann, dass vielen gar nicht bewusst ist, was Physiotherapie alles kann. Daher habe ich beschlossen, euch mal von ein paar Fallbeispielen zu erzählen und damit zu aufzuzeigen, was alles möglich ist.

 

Ich starte heute mit einem kleinen Mädchen (knapp 2 Jahre bei Therapiestart). Beide Hüften waren nicht ausreichend ausgereift und es stand eine zeitnahe beidseitige Hüft- OP im Raum – mit anschließender wochenlanger Ruhigstellung im Gips. Eine Operation unter Vollnarkose ist schon für Erwachsene eine enorme Belastung, aber für ein kleines Kind noch gefährlicher, ganz zu schweigen von den Narben, die nach der OP zurückbleiben und zu Störungsfeldern werden. Ausserdem haben die Kinder in diesem Alter einen großen Bewegungsdrang.

 

Die Mutter wollte ihrer Tochter diesen Weg gern ersparen und ist zu mir gekommen. Mit verschiedenen Techniken der Mobilisation (u.a. die Fußtherapie nach Zukunft-Huber), Kräftigung (z.B. Kniestand am Pezziball), Wahrnehmungsschulung (z.B. in Form von Bohnen- oder Bällebad), Vojta und dank der täglichen „Übungseinheiten“ zu Hause haben wir es geschafft, dass zurzeit keine OP mehr nötig ist.

 

In diesem Alter ist es nicht immer leicht mit den Kindern zu arbeiten, denn sie entwickeln gerade ihr Ego und wissen schon genau, was sie wollen oder auch nicht wollen. Dann ist eine gute Anleitung der Eltern sehr wichtig und natürlich die Weiterführung der Übungen zu Hause. Ich muss die Übungen gut in „Spielsituationen“ verpacken, damit das Kind es gar nicht merkt. Dies ist ein Grund, warum ich die Arbeit mit den Kindern so liebe – das Kind sucht sich ein Spiel und ich muss mir immer wieder aufs Neue überlegen, wie ich den Rahmen gestalte, um so zu den gemeinsam formulierten Therapiezielen zu kommen.

 

Nächste Woche am Montag gibt es das nächste Fallbeispiel...

 

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