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Fallbeispiel #5 - Jugendlicher mit Skoliose

Physiotherapie bei Skoliose/ Wirbelsäulenverkrümmung im Jugendalter

 

 

Heute geht es um einen 14-jährigen Jungen mit einer Fehlhaltung der Wirbelsäule (die sogenannte Skoliose oder Wirbelsäulenverkrümmung) und einer Haltungsschwäche.


Die skoliotische Fehlhaltung wurde in seinem Fall vom Schularzt festgestellt. Der Mutter ist allerdings schon seit längerem seine „schlechte“ Haltung aufgefallen. In den meisten Fällen entstehen durch die Skoliose keine Schmerzen und deshalb fallen sie oft gar nicht auf.
Eine Skoliose kann verschiedene Ursachen haben, von bestimmten Muskelerkrankungen über angeborene Fehlbildungen der Wirbel oder kann als Begleiterscheinung einer neurologischen Erkrankung auftreten. In etwa 90% der Fälle bleibt die Ursache aber unbekannt – man spricht dann von einer „idiopathischen Skoliose“.


Symptome der Skoliose sind z. B. ungleich hohe Schultern, ein schiefes Becken, eine schräge Kopfhaltung, asymmetrische Flanken oder einem einseitigen Buckel im Bereich des Brustkorbs oder der Lendenwirbelsäule.


Skoliotische Fehlhaltungen behandle ich in meiner Praxis vor allem mit der Schroth-Methode & der Vojta-Therapie. Die Übungen aus dem Konzept von Katharina Schroth sind ganz gezielte Übungen, um die Wirbelsäule aufzurichten und die Asymmetrien auszugleichen. Außerdem kann man durch eine Veränderung der Alltagshaltungen schon sehr viel Einfluss auf die Entwicklung der Skoliose nehmen. Daneben ist auch die Vojta Therapie sehr effektiv.

 

Bei meinem Patienten stand allerdings die „schlechte“ Haltung im Vordergrund und somit haben wir neben den Schroth-Übungen z. B. zur Aktivierung der schwachen Muskulatur Übungen mit dem Pezziball gemacht, Dehnübungen für die verkürzten Muskeln und Übungen für die Mobilisation der Wirbelsäule.


Wichtig für den therapeutischen Erfolg ist allerdings das regelmäßige Üben zu Hause, denn im Jugendalter (vor der Periode oder dem Stimmbruch) kann sich die Skoliose in kurzer Zeit sehr verschlechtern und das gilt es natürlich zu verhindern, denn auf Dauer können dann schon auch Schmerzen entstehen.

 

Meist kommt es zu einem jährlichen Check-up beim Orthopäden, um den Verlauf der Skoliose zu beobachten.

 
Sollten dir bei deinem Kind einige der oben aufgezählten Symptome auffallen, dann lass es bitte bei deinem Kinderarzt anschauen.

 

Bis nächste Woche

Nähere Informationen zu den möglichen Therapiekonzepten findest du unter:

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