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Fallbeispiel #4 - Baby mit abgeflachtem Hinterkopf

Physiotherapie bei einem Baby mit abgeflachtem Hinterkopf & einer Vorzugshaltung

 

Heute erzähle ich euch von einem 3 Monate alten Baby mit einer Vorzugshaltung (es schaut immer nur zu einer Seite), einem daraus resultierenden abgeflachten Hinterkopf auf der Vorzugsseite und einer erhöhten Muskelspannung – vor allem im Becken und Schultergürtel. Es zeigt sich u.a. auch eine Einschränkung in der gegenüberliegenden Hüfte.

Das Ganze ist nicht nur ein kosmetisches Problem, sondern betrifft den gesamten Körper und diese Babys sollten so schnell wie möglich behandelt werden, denn sonst bleibt eine Asymmetrie im Körper bestehen und zieht sich durch die weiteren Entwicklungsschritte. Auch kann es im weiteren Verlauf des Lebens u.a. zu Kieferproblemen oder Fehlbissstellungen führen kann, was dann notwendige Zahnregulierungen zur Folge hat.

Diese Babys sehe ich sehr häufig in der Praxis. Zum Glück sind die Eltern und auch die Kinderärzte heute so aufmerksam und überweisen die Säuglinge schon in den ersten Monaten. Denn sollte doch mal eine Helmversorgung nötig sein, ist das Alter von 5-7 Monaten die beste Zeit dafür. Je früher die Therapie startet desto besser, denn mit 12 Monaten verknöchern die Schädelnähte (Fontanellen) und es ist kaum noch möglich etwas zu korrigieren.

Oft sind Blockaden in der Halswirbelsäule bzw. Spannungserhöhungen im Schultergürtel die Ursache für Seitenbevorzugungen bzw. Kopfabflachungen. Diese sind meist eine Folge der Geburt oder von Platzmangel im Bauch. Bei der Geburt ist der Schädel enormen Kräften ausgesetzt, vor allem wenn dann z.B. unter der Geburt noch die Saugglocke zum Einsatz kommt oder ein Notkaiserschnitt nötig wird.

Bei diesen Babys arbeite ich vor allem mit der Craniosacralen Osteopathie, Vojta, der Fußtherapie nach Zukunft-Huber für die Hüften und zeige den Eltern verschiedene Lagerungstechniken und das Handling für den Alltag, was sie dann auch zuhause machen können. Das Kind sollte z.B. immer wieder auf die prominente Stelle des Schädels gelegt werden. Das allein hilft aber nicht, wenn eine Blockade der Halswirbelsäule vorliegt. Da sind die Experten gefragt.

Bei meinem kleinen Patienten war letztendlich ein Helm nötig um einen guten Therapieerfolg zu erzielen. Dieser wird oft bis zum Ende des ersten Lebensjahres getragen und wird von den Kindern sehr gut akzeptiert.

Bis nächsten Montag 😊

Nähere Informationen zu den Therapiemethoden findest du unter:

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