· 

Wenn dein Kind sich verbiegt, um mitzuhalten

Manche Kinder strengen sich an, immer mitzuhalten.

Mit den Geschwistern, mit den anderen im Kindergarten, mit dem Tempo der ganzen Familie.

Sie passen sich an, sie funktionieren, sie wollen gefallen.

Und irgendwann zeigt der Körper, was zu viel war:

  • Bauchschmerzen ohne erkennbaren Grund
  • eine schlechte Haltung
  • innere und/ oder äußere Unruhe
  • schlechter Schlaf

Symptome, für die Ärztin oder Arzt keine körperliche Ursache findet.

 

Das ist häufiger, als viele denken.

Kinder sind in den ersten Jahren noch ganz intuitiv.

Sie spüren genau, was sie brauchen.

Aber je älter sie werden, desto mehr lernen sie, sich anzupassen — an die Erwartungen, an die Norm, an das, was „man" eben macht.

Und ein Kind, das von Natur aus ein anderes Tempo hat als sein Umfeld, zahlt für diese Anpassung einen Preis.

 

Stell dir ein ruhiges, beobachtendes Kind vor, das in einer sehr aktiven, energiegeladenen Familie aufwächst.

Es versucht mitzuhalten, weil es dazugehören will. Aber sein System ist nicht dafür gebaut, ständig auf Hochtouren zu laufen. Die Folge ist oft nicht sichtbar als „Problem", sondern als diffuse körperliche Anspannung, die sich über Monate aufbaut.

 

Ich schreibe das nicht nur aus der Praxis, sondern aus eigener Erfahrung. Ich bin selbst ein Mensch, der lange versucht hat, mit einem Tempo mitzuhalten, das nicht meines war — bis mein Körper irgendwann nicht mehr mitgemacht hat.

Erst als ich verstanden habe, wie ich eigentlich gebaut bin, durfte ich aufhören, dagegen anzukämpfen.

Diesen Weg gehe ich seither bewusst, und ich nenne ihn mein Experiment.

Genau das wünsche ich jedem Kind: dass es gar nicht erst jahrelang gegen seine eigene Natur ankämpfen muss.

 

Als Kinderphysiotherapeutin sehe ich zuerst den Körper — die Haltung, die Anspannung, die Symptome. Das ist mein Handwerk seit fast 25 Jahren. Aber oft steckt hinter dem Körperlichen ein Kind, das einfach anders gebaut ist als sein Umfeld und sich dauernd anpasst.

Wenn ich merke, dass es hilft, schaue ich mir deshalb auch die Wesensart des Kindes an — wie es Energie tankt, was es überfordert, was es eigentlich braucht.

Nicht statt der körperlichen Arbeit, sondern als Ergänzung, die erklärt, warum manche Themen immer wiederkommen.

 

Das Ziel ist nie, das Kind zu „reparieren".

Es ist völlig in Ordnung, wie es ist.

Das Ziel ist, dass es nicht mehr gegen seine eigene Natur ankämpfen muss — und dass du als Elternteil verstehst, was hinter dem Verhalten oder den Symptomen steckt.

 

Wenn du ahnst, dass hinter den körperlichen Themen deines Kindes mehr steckt, begleite ich dich im Beratungspaket „Mein Kind verstehen" — körperlich und in dem, was dein Kind als Person ausmacht.

Diese Artikel könnten dich auch interessieren

Kommentar schreiben

Kommentare: 0