Bobath für Kinder

Was ist Bobath?

Bobath ist ein physiotherapeutisches Therapie-Konzept auf neurophysiologischer Grundlage.

 

Die Bobath-Therapie ist ganzheitlich und bezieht motorische, sensorische, perzeptive, kognitive, kommunikative, emotionale und soziale Funktionen in die Befundaufnahme und Behandlung mit ein.

Befundaufnahme, Behandlungsplanung und Behandlung gehen fließend ineinander über und es entsteht eine Interaktion zwischen den Beteiligten.

 

Dabei wird immer ressourcenorientiert und nicht defizitorientiert gearbeitet; das heißt, Fähigkeiten werden hervorgehoben und genutzt, um Schwierigkeiten zu beheben und zu minimieren.

Die Behandlung erfolgt nach individuellem Befund und konkreter Zielsetzung.

Wen behandelt die "Kinder-Bobath-Therapeutin"?

Der auf Kinder-Bobath spezialisierte Physiotherapeut behandelt in der Regel Säuglinge, Kleinkinder, Kinder und Jugendliche. Von der Altersstruktur her daher unabhängig, ist die oben gestellte Frage nur mit dem Vorliegen einer differenzierten Diagnose zu beantworten, welche vom Arzt gestellt wird.

 

Bei Säuglingen sind dies z.B. Asymmetrien (Schiefhaltungen), Entwicklungsverzögerungen, Wahrnehmungsstörungen, Babys mit Überstreckungen, erhöhte oder zu schlaffe Muskelspannungen (Muskeltonusstörungen) und neurologische Auffälligkeiten (Spastiken/Hemiparesen).

 

Bei den etwas älteren Kindern kommen noch Gleichgewichtsprobleme, Gangunsicherheiten, Fehlhaltungen und Fehlbelastungen (Skoliosen) und vieles mehr dazu.

 

Das Bobath-Konzept bietet ein Fülle von Möglichkeiten, die den meisten kindlichen Krankheitsbildern und Diagnosen zu gute kommt.

Bobath Konzept

In der Behandlung werden die Stärken des Kindes motivierend genutzt um diese zu erreichen. Hat das Kind Freude an der Therapie, haben wir es einfacher gezielte Hilfe zum Erfolg zu geben.

 

In der Bobaththerapie nutzen wir den „offenensten Kanal“ des Kindes als Therapiezugang.

 

Beispiel: Ein Kind, welches nicht sprechen kann, jedoch wach und interessiert Blickkontakt hält, kann über das Sehen erreicht werden. Dies ist der offene Kanal, über den man das Kind motivieren kann. Visuelle Reize erleichtern die Bewegungsübergänge und machen das Kind aufmerksam.

 

Bei der Bobath-Therapie wird versucht, dem Kind den Weg nach „Oben“ in den Sitz oder Stand zu ermöglichen. Einerseits möchte jedes Kind nach oben und anderseits kann es seine Umwelt in der Aufrichtung besser wahrnehmen, als wenn es am Boden liegt. Durch veränderte Muskelspannung (Tonusverhältnisse) brauchen die Kinder Unterstützung um sich gegen die Schwerkraft aufzurichten und fortzubewegen. Ein wichtiger Punkt ist auch die Eigenwahrnehmung, um das Kind seinen eigenen Körper spüren zu lassen und ihm „Hilfe zur Eigenregulation“ zu geben.

 

Durch die Orientierung an der normalen Entwicklung eines Kindes werden die Therapieziele ersichtlich. Die Ziele der Therapie werden mit Ihrem Kind und Ihnen immer wieder angepasst und abgesprochen, um eine Über- oder Unterforderung zu vermeiden.

 

Das Bobath-Konzept ist keine Therapiemethode mit bestimmten Techniken und Übungen, sondern eine individuell anwendbare Behandlungsmöglichkeit für entwicklungsverzögerte und behinderte Kinder.

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